St. Petri Göttingen-Grone

St. Petri-Kirche Grone, Kirchstraße 4, 37081 Göttingen

Die erste Groner Kirche entstand vor mehr als 1000 Jahren. Bei der Renovierung von 1969 wurden durch Grabungen Reste von insgesamt fünf Vorgängerkirchen frei gelegt.

9. Jhdt.: Die erste Kirche um 800 im Bereich eines fränkisch-karolingischen Königshofes als Saalbau errichtet

10. Jhdt.: Zu sächsisch-ottonischer Zeit Neubau auf dem Fundament der alten Kirche mit Erweiterung einer Apsis . Der Grundriss beider Kirchen ist durch die Bodenplatten aktuell nachgebildet.

13. Jhdt.: Errichtung des Westturmes als Wehrturm mit Sichtverbindung zu den Warten und Türmen der Göttinger Umgebung.

1529: Erste Evangelische Predigt durch den Geistlichen Johannes Bruns, der vom Kloster Helmarshausen mit der Groner Pfarrei belehnt war.

1750: Baubeginn der heutigen Kirche; Fertigstellung 1752, danach Innenausstattung und Einweihung November 1754.

1869: Erste grundlegende Renovierung.

1969/70: Zweite grundlegende Renovierung um Umgestaltung.

1988/1994: Letzte Außen- und Innenrenovierung.

Der Altar

Die Groner Kirche wird als eines der schönsten Gotteshäuser des 18. Jahrhunderts Südniedersachsens bezeichnet. Den hallenartigen Raum beherrscht das leuchtende Weiß des berühmten Ziesenis-Altars. In barocker Bewegtheit schließen die Wandflügel die Mitte ein, deren Säulen den Blick über die Abendmahldarstellung und die schwebende goldverzierte Kanzel unter die Decke des Kirchenschiffs führen wollen, wo aus dem krönenden Gold des Rankengewölks symbolhaft das "Auge Gottes" seine Strahlen sendet - Barock seit über 250 Jahren.
Die Mitte wird geprägt von dem Bild der „Einsetzung des Abendmahls“(unbek. Künstler), das von einem 1994 geschaffenen auf dem Altar stehenden Kreuz ergänzt wird.


Die Orgel

Himmelfahrt (9. Mai 1979) wird die Einweihung der dritten Orgel (Orgelbaumeister Paul Ott, Göttingen) an Stelle der Orgel von 1898 (Firma Furtwängler & Hammer, Hannover) gefeiert. Der Orgelprospekt von 1753 bleibt erhalten. In den Jahren 1999/2000 wurde eine weitere notwendige Reparatur und Erweiterung von der Fa. Mühleisen, Straßburg, durchgeführt.Der Glockenturm

1754 erhielt der damals nur vom Kirchenschiff zugängliche mittelalterliche Turm (Mauerhöhe 18m) eine sog. welsche geschweifte Haube mit Laterne und Turmkugel, darauf ein Doppelkreuz in 28 m Höhe. Die aus der abgerissenen Vorkirche übernommenen Schlagglocken von 1588 und 1746 sowie die große Trauerglocke von 1698 gehören noch heute zum Läutewerk.

Die Turmuhr

der Fa. Weule aus Bockenem ist eine Geschenk der Groner Saline bzw. der Familie Levin aus dem Jahre 1911 und ist noch immer für die Anzeige der Turmuhr und das Schlagwerk in Betrieb.Turmraum
1970-1977 wird der Turmdurchgang zur Turmhalle als Gedenkstätte umgestaltet. Der Turmdurchgang und Eingang ist tagsüber zur persönlichen Andacht geöffnet. Ein Leuchter bietet Gelegenheit, für Gebetsanliegen eine Kerze zu entzünden.

Links auf einem Steinaltar zwischen zwei Leuchtern im Empirestil ein hohes schwarzes Kreuz mit vergoldetem Corpus, von Kirchenpatron Carl Ludwig von Helmolt stammend (1847).

Seit Ostern 2011 hat auch die Nordseite eine neues Fenster: Gegen die nachdenkliche Stimmung des Fensters auf der Südseite mit dem Gedenken an die Opfer menschlicher Gewalt will das neue Fenster an der Nordseite der christlichen Hoffnung Ausdruck geben.

Die erste Idee war: An diesem Fenster muss etwas von der Auferstehung sichtbar werden. Und da die Kirche den Namen des Apostels Petrus trägt, sollte auch gleichzeitig an ihn erinnert werden. Beinahe zwangsläufig wies diese Vorgabe auf das von Paulus im 1. Korintherbrief dokumentierte Zeugnis von der Auferstehung Christi hin. Im 15. Kapitel, Vers 7 heißt es: "...und dass er gesehen worden ist von Kephas (Petrus), danach von den Zwölfen." Weitere Zeugen werden genannt.

Petrus ist der erste, dem der Auferstandene erschienen ist. Außerdem wird von Petrus in den Evangelien berichtet, er war Fischer. Jesus sagt von ihm: "Du bist Petrus, und auf diesem Fels will ich meine Gemeinde bauen... Will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben..." (Mt. 16, 18,19). Jesus sagt aber auch, im Hinblick auf seine bevorstehende Verhaftung, dass Petrus ihn drei Mal verleugnen werde, ehe der Hahn zwei Mal kräht. (Mk. 14, 66-72). Diese Fakten im Glas festzuhalten war die Herausforderung.

Wenn man im unteren Teil des Bildes mit der Betrachtung beginnt, so sieht man den Weg des Petrus mit den Symbolen seines Lebenslaufes: Fische, Schlüssel, Hahn. Das Wasser kreuzt den Weg und weist sowohl auf den früheren Beruf als Fischer hin als auch auf die Geschichten da Jesus auf dem See über das Wasser geht und Petrus aus dem Boot steigt ihm entgegen geht. (Mt. 14, 22-33). Über dem in violetter Farbe angedeuteten Fels geht helle Lichterscheinung auf; das Licht der Welt (Joh. 8, 12). Das Kreuzesfragment - das zerbrochene Kreuz - deutet an, dass Jesus den Tod überwunden hat.

In der Farbsymbolik wird Rot als die Farbe der Liebe gedeutet. Der rote Bogen, der den gelben(orangenen) Lichtkreis durchbricht, will auf die Liebe Gottes hinweisen. Blau dagegen symbolisiert den Glauben und stellt zu dem angrenzenden Orange als Komplementärfarbe eine gewisse Harmonie her.

Der Fels ist nicht ohne Grund im violetten Ton gehalten, symbolisiert violett doch die Frömmigkeit, die man Petrus getrost, trotz aller seiner Unzulänglichkeiten, zuschreiben kann.

Die Portale

Über dem Nordportal in lat. Steininschrift die einzige Urkunde über die Einweihung, die zu deutsch beginnt "Dem höchsten göttlichen Wesen weihte sich die Kirche zu Grone am 20. November 1754".

Das Westportal

ist bei der Renovierung im Jahre 1869 in die Turmwand gebrochen worden. Es wird gekrönt von der Darstellung des „siegenden Opferlammes“, eine in Stein gehauene Osterbotschaft.

Das Südportal

enthält den Bibelvers „Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren“ (lk. 11,28)


Das Gemeindebüro

im Pfarrhaus Kirchstraße 6

Das Pfarrwitwenhaus

mit dem Gemeindesaal im ersten OG - Eingang von der Kirchenseite Kirchstr. 4Das

Haus der offenen Tür

in der Martin-Luther-Str. 18
mit Gemeindesaal und Küche (Vermietung: Frau Hichert, Tel. 0551 600 725 - (bis 19 Uhr))